Warum haben wir Angst zu scheitern?

 

Warum haben wir Angst zu scheitern?

Was unterscheidet Dich von einem Steinzeitmenschen?

Haare. Kleidung. Hygiene. Nahrung. Bewegung. Kommunikation. Technik.

Scheinbar alles und dennoch nichts.

Denn letztlich wünschen sich alle Menschen das Gleiche.
Wir alle haben die gleichen Bedürfnisse.
Wir brauchen Wasser & Nahrung.
Wir brauchen Luft zum Atmen und ab und an ein wenig Sonnenschein.
Wir brauchen Schlaf.
Wir wollen Sicherheit und finden diese oft im Kollektiv.
Wir wollen Teil einer Gemeinschaft sein.
Wir wollen Anerkennung und Liebe.

Und erst dann, wenn diese Bedürfnisse weitgehend erfüllt sind, denken wir daran, uns selbst zu verwirklichen.
Weißt Du was? Wenn Du diesen Text auf Deutsch verstehst, hast Du mit ziemlicher Sicherheit all das.
Dein Überleben ist gesichert.
Du könntest loslegen.
Du könntest träumen, Dich selbst verwirklichen und nach den Sternen greifen.

Wenn da nicht die Angst wäre. Die Angst, zu scheitern.

In der individualisierten Gesellschaft, deren Teil wir alle sind,
kann sich die Freiheit zur Selbstverwirklichung anfühlen wie Fluch und Segen zugleich.
Unser Fokus liegt auf Leistung: Menschen werden an Erfolgen gemessen und für Fehler verurteilt.
Wenn Du schlechter bist, bin ich besser.

Plötzlich hast Du etwas zu verlieren.

Wenn Du scheiterst…
… verlierst Du die Anerkennung.
… verlierst Du Deinen Platz in der Gesellschaft.
… verlierst Du die Menschen, die Du liebst.
… verlierst Du Dich selbst.

 

Der Gedanke zu scheitern nimmt Dir Deine Sicherheit.
Du hast Angst.

Doch wovor genau hast Du Angst?

Angst vor den Konsequenzen, die Du nicht kennst.
Angst, weil Du nicht weißt, was passieren wird.
Angst davor, allein zu sein. Davor, dass das Geld nicht reicht.
Und Angst vor all dem, was diesen Szenarien folgen kann.

Und damals in der Steinzeit hatte die Angst hat auch ihren Sinn:
Sie wollte Dich beschützen.

Beschützen vor dem Hunger.
Beschützen vor der Einsamkeit.
Beschützen vor dem Tod.

Und deshalb bleibst Du auch heute noch im Hamsterrad. Du bleibst in dem Job, der Dir keinen Spaß macht, in der Beziehung, die Dir nicht gut tut und in dem Freundeskreis, der Dich belächelt.

Du fühlst Dich sicher mit den Dingen, die Du kennst.

Aber:

Sind die Dinge, auf denen Dein Leben basiert wirklich sicher?
Hast Du wirklich die Kontrolle über Dein Königreich?

Vermutlich nicht.

Du kannst Deinen Job verlieren. Oder Menschen, die Du liebst. Oder Dich selbst.
Nichts auf dieser Welt wissen wir mit Gewissheit.

Das Bewusstsein, dass sich alles wandelt und wir jederzeit alles gewinnen, aber auch alles verlieren können, könnte Deine Angst verringern.

Es könnte Dir die Angst vor Veränderungen nehmen.
Es könnte Dich Dankbarkeit lehren für alles, was Du jetzt, in diesem Moment, hast. Nicht obwohl sondern weil morgen alles anders sein kann.

Wir haben ein unglaubliches Privileg.
Wir haben Sicherheitsnetze.
Wenn Du etwas riskierst, verlierst Du selten alles.
Wenn Du Deinen Job verlierst, musst Du nicht auf der Straße leben.
Wenn Du nicht leben willst, wie alle anderen, kannst Du auch Deinen eigenen Weg gehen.
Du brauchst nicht mehr die Anerkennung Deiner Stammesmitglieder, um zu überleben.
Du lebst nicht mehr in der Steinzeit.

Du hast das Privileg, dass für all Deine Grundbedürfnisse gesorgt ist.
Du hast das Privileg, dass Deine Existenz nicht im Kern bedroht ist.
Du hast das Privileg, dass Du Dich selbst verwirklichen darfst.
Du hast das Privileg, frei zu sein, um wählen zu können.

Du hast das Privileg und deshalb die Pflicht, Fehler zu machen, das Scheitern zu riskieren und Deinen ganz eigenen Weg zu gehen.

Da sich Gefühle jedoch eher selten mit reiner Vernunft und klugen Sätzen kontrollieren lassen, gibt es ein paar Werkzeuge, die Dir helfen können, besser mit Deinen Ängsten umzugehen:

Suche nach Lösungen anstatt Ausreden.

Dein Gehirn ist darauf programmiert, Dir Antworten zu geben, auf die Fragen, die Du Dir stellst. Also frag nicht, warum Du scheitern könntest, sondern:
Warum kannst Du es schaffen? Und wie kannst Du es schaffen?

Überlege Dir, was im schlimmsten Fall passieren könnte. Mal Dir das WorstCase-Szenario aus.

Ist es wirklich so schlimm?
Ängste entstehen aus diffusen Gedanken. Oft wissen wir gar nicht, wovor genau wir eigentlich Angst haben.

Mach Dir einen Plan und kalkuliere Rückschläge mit ein.

Warum?
Du setzt Dich mit den Risiken auseinander.
Oft stellst Du fest, dass das Eintreten Deiner Ängste vollkommen unwahrscheinlich ist oder dass Du bereits weißt, was Du tun kannst.
Ein Plan beruhigt, gibt Dir einen Leitfaden und lässt Dich mit Rückschlägen besser umgehen.

Handle!

Die größten Zweifel und Ängste kannst Du überwinden, indem Du es einfach tust.
Auf diese Weise vergrößerst Du Deine Komfortzone und Entscheidungen zu treffen, Dinge umzusetzen und auf Deine Fähigkeiten zu vertrauen wird Dir immer leichter fallen.

Betrachte die Dinge als Projekte.

Denn wenn Du einmal scheitern solltest, hast Du keine Angst, dass dieser missglückte Versuch Dein Leben zerstören wird. Denn Dein Leben besteht aus viel mehr als aus einzelnen Projekten.

Steh immer wieder auf.

 

Was würdest Du tun, wenn Du keine Angst hättest?