Wundermittel Achtsamkeit

Wundermittel Achtsamkeit – Was ist das und wie kannst Du es für Dich nutzen?

Wie riecht die Luft, wenn Du morgens vor die Haustür trittst?

Wie heißt die Frau, die Dir morgens Deinen Kaffee über den Tresen reicht?

Wie fühlt sich die Tastatur unter Deinen Fingern an?

Welches Lied hast Du als letztes gehört?

Welche Zutat hat Dein Mittagessen so lecker gemacht?

Was stand in der letzten Nachricht Deines Partners?

Wann hast Du das letzte Mal Danke gesagt?

 

Könntest Du diese Fragen beantworten? Ohne lange darüber nachzudenken?

Vermutlich nicht.

 

Was sollen all diese Fragen?

 

Wir sind verkopfte Menschen.

Wir denken den lieben langen Tag über unzählbar viele Dinge nach.

Wir erleben ein Abenteuer nach dem anderen, sammeln atemberaubende Eindrücke und treffen großartige Menschen.

Wir merken es nur oft nicht.

 

Wir sind mit unseren Gedanken überall.

Auf der Arbeit, bei dem Konflikt mit unserem Partner, bei der Einkaufsliste, unserer Stellung im sozialen Gefüge, unserem Bankkonto oder der Wochenendplanung…

Wir sind überall.

In der Vergangenheit und in der Zukunft. Nur nicht im Hier und Jetzt.

 

Warum verpassen wir freiwillig, wie großartig die Luft im Sommer riecht, wenn es regnet?

Warum verpassen wir freiwillig das Lächeln der Person neben uns in der Warteschlange?

Warum verpassen wir freiwillig, wie schön genau dieser Moment ist und machen uns lieber Sorgen um eine Zukunft, die vielleicht gar nicht eintritt?

 

Warum verpassen wir freiwillig so viel von unserem Leben?

 

Es ist zum Teil das Ergebnis der Überstimulation, der wir in dieser sich schnell drehenden, technischen Welt scheinbar unausweichlich ausgesetzt sind.

Es ist das Gefühl, ständig unter Stress zu stehen,

da sich unser Gehirn seit der Steinzeit lediglich minimal weiterentwickelt hat.

Früher war es gut, auf starke Reize wie einen Säbelzahntiger mit einer Stressreaktion zu reagieren, die uns in Alarmbereitschaft versetzt und all unsere Reserven mobilisiert.

Heute ist das anders. Heute kann Dein Gehirn kaum unterscheiden, ob Dich ein Säbelzahntiger anknabbert oder eine Deadline eingehalten werden will. Die chemische Reaktion in Deinem Körper ist die gleiche.

Du setzt Dich konsequent starken Reizen aus: Film und Fernsehen, Deinem Smartphone oder einfach nur dem Auto, das knapp an Dir vorbeifährt.

Und jedes Mal versetzt Du Dich in Alarmbereitschaft. Jedes Mal werden, meist unbewusst, Anspannung, Sorgen und Ängste ausgelöst. Neben diesen negativen Gefühlen trägt das ausgeschüttete Cortisol zu Herzproblemen bei und schränkt Deine Fähigkeit ein, klar und kreativ zu denken.

 

Wir leben in einer Welt, in der wir uns nach Ruhe sehnen.

Nach Sicherheit. Nach Stabilität in uns selbst.

Wir sehnen uns nach der Schönheit des Lebens, die uns eigentlich immer umgibt.

Wir wollen das Leben in all seinen Facetten genießen.

Doch dafür müssen wir erst wieder lernen, es wahrzunehmen.

 

Wir haben für Dich sieben Denkanstöße zusammengestellt,

wie Du Deine Wahrnehmung wieder auf das Hier und Jetzt lenken kannst,

wie Du fokussiert und dennoch offen für Deine Umwelt bleibst,

und wie Du aufmerksamer mit Dir selbst umgehen kannst:

 

  1. Meditation – die ultimative Achtsamkeitsübung

Es gibt eine Vielzahl von verschiedenen Meditationsformen.

Es gibt geführte Meditationen, oder auch jene, die Du ganz alleine für Dich durchführen kannst. Du kannst in der Gruppe meditieren. Du kannst eine mehrtätige Vipassana-Meditation machen oder auch nur ein paar Minuten investieren. Du kannst Apps dafür benutzen oder das Handy in die Ecke werfen – ganz egal.

Was die meisten Varianten gemeinsam haben, ist folgender Effekt:

Dich bewusst mit Deinem Atem zu verbinden schaltet Dein Gedankenkarussell aus.

Wenn Du Dich auf Deine Atmung konzentrierst, können Deine Gedanken nicht durch die Weltgeschichte spazieren, sondern Du bist ganz bei Dir, ganz in diesem Moment.

Du lernst, Deine Gedanken und Gefühle aus einer Beobachterperspektive wahrzunehmen, ohne sie direkt zu bewerten.

Es geht nicht darum, dass Du Deine Gedanken ausschaltest, sondern darum, dass Du lernst, Deine Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Tätigkeit zu fokussieren. Gleichzeitig schulst Du Deine Fähigkeit zur offenen Wahrnehmung.

 

Regelmäßig praktizierte Meditation hat viele Vorteile:

  • Dein Blutdruck sinkt und wirkt somit der modernen Säbelzahntiger-Reaktion namens Cortisol entgegen.
  • Dein Immunsystem wird stärker.
  • Du wirst fokussierter und Deine Konzentrationsfähigkeit verbessert sich.
  • Du wirst zufriedener. Es stellt sich mit der Zeit eine Balance zwischen Konzentration und Entspannung ein, körperlich wie geistig.
  • Du reagierst gelassener auf äußere Reize.
  • Du wirst emotional flexibler und kommst leichter aus Tiefs heraus.
  • Du bist aufmerksamer und hörst anderen besser zu.
  • Du entwickelst einen liebevolleren Blick auf Deine Mitmenschen, denn „Frieden beginnt mit Dir.“

 

Unser Lieblingstipp:

Morgens an der frischen Luft für ein paar Minuten die Augen zu schließen und Dich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Deine Atmung zu beobachten und den Vögeln zuzuhören, kann dazu führen, dass Du viel entspannter mit einem Lächeln auf den Lippen startest und Du über den ganzen Tag hinweg deutlich fokussierter arbeiten kannst. Versuch’s mal!

 

  1. Hör auf Deinen Körper.

Dein Körper ist ein intelligentes System.

Wenn Du lernst, wieder auf seine Signale zu hören, spürst Du intuitiv, was Dir gut tut.

Wie viele Menschen lassen sich regelmäßig den Rücken einrenken anstatt die Last, die sprichwörtlich auf ihren Schultern liegt, abzubauen?

Wie viele Menschen machen Diäten, von denen sie gelesen haben, dass sie zum gewünschten Erfolg führen würden, wobei sie eigentlich nicht zu ihnen passen?

Wie viele Menschen halten sich mit Kaffee und Energydrinks künstlich wach, obwohl ein kurzes Nickerchen sie viel erholter und konzentrierter arbeiten lassen würde?

Wie viele Menschen versuchen ihre innere Unruhe mit Ablenkung zu kompensieren, anstatt raus zu gehen und sich zu bewegen?

Sei keiner von ihnen.

Versuche herauszufinden, was Dein Körper Dir sagen will. Und hör auf ihn.

 

  1. Achte auf Deine Worte.

Unsere Gedanken formen unsere Wirklichkeit.

Willst Du Dich beim Kaffee mit Deinen Kollegen über den Regen beschweren, der für das Wochenende gemeldet ist, oder betonst Du die Sonne, die gerade scheint?

Das, worauf Du Deine Aufmerksamkeit richtest, in Deinen Gedanken wie auch in Deinen Worten, beeinflusst massiv Deine Gefühle.

Achte in den nächsten Tagen darauf, wie Du sprichst.

Sprichst Du über die schönen Dinge in Deinem Leben oder fokussierst Du Dich auf die Dinge, die Dir nicht gefallen?

Willst Du die Person sein, die die Freude über den Sonnenschein kaputt redet oder die, die die Sonne in Gedanken scheinen lässt, auch wenn es gerade gewittert?

 

 

  1. Mach Dir Notizen – in dreierlei Hinsicht:
  2. Die Dinge aufzuschreiben sorgt für einen klareren Kopf.

Durch die konkrete Formulierung lassen sich auch diffuse Gedanken definieren und auf dem Papier einfangen. Hilft immer gegen schwammige Gefühle und Gedankenchaos!

  1. Verschaffe Dir selbst Übersicht.

Du verdienst nicht schlecht, aber weißt trotzdem nicht, wohin Dein Geld immer verschwindet?

Du willst abnehmen, aber irgendwie passiert nicht viel?

Schreib Dir auf, wofür Du Dein Geld ausgibst oder was Du isst.

Vielleicht entdeckst Du kleine, unwillkommene Muster und Gewohnheiten. Jetzt weißt Du, wo Du ansetzen kannst.

  1. Ein Tagebuch zu führen hat schon lange keinen Grundschul-Charakter mehr. Auch wenn es nur ein paar Stichpunkte sind, in denen Du festhältst, was Du heute alles geschafft hast, steigert dies Dein Gefühl der Selbstwirksamkeit.

Die Wenigsten können Sonntagabends noch aufzählen, was in der letzten Woche alles passiert ist, doch nur mit ein paar Notizen schulst Du Deine Aufmerksamkeit und Dein Leben läuft nicht an Dir vorbei, sondern Du nimmst es bewusster wahr.

Letztlich kann es Dir auch helfen, Fortschritte zu machen, sich Deine Notizen der Woche nochmal anzusehen und zu überlegen, was großartig gelaufen ist oder auch was Du noch verbessern könntest.

 

  1. Mach die Musik aus. Kneif die Augen fest zu und mach sie dann wieder auf.

Nimm Deine Umgebung bewusst wahr.

Was hörst Du? Was siehst Du? Was schmeckst Du?

Was kannst Du alles entdecken, wenn Du auf dem Heimweg wirklich mal nur nach Hause gehst, mit dem Kopf ganz bei Dir und Deinem Weg?

 

Wer nicht atmen kann, hat weder sich noch die Situation unter Kontrolle.

Kennst Du das Gefühl, vor einer Präsentation, einem schwierigen Gespräch oder einfach in einer Stresssituation, dass Du nervös bist und irgendwie neben Dir stehst?

Atme einfach drei Mal tief durch.

Du wirst sehen, Du bist entspannter. Und wieder hier. Bei Dir.

 

 

Achtsamkeit bedeutet, sich selbst wieder wahrzunehmen.

Es bedeutet, gut mit sich selbst umzugehen.

Es bedeutet, sich selbst zu kennen.

Es bedeutet, fokussiert Deinen Weg zu gehen.

Es bedeutet, offen zu sein für die Welt, die Dich umgibt.

 

3.0 – Dein Weg zu Dir.